An meinem vierten Wochenende in Sierra Leone war auf das Draengen eines anderen IAESTE Praktikanten ein Trip in die 2. und 3. greossten Staedte von SL geplant. Das Wort “geplant” ist vielleicht nicht ganz richtig an dieser Stelle bzw. in Afrika hat es eine komplett andere Bedeutung. Wir sahsen also Donnerstag abend zusammen und haben beschlossen, dass wir Freitag um 8 Uhr losfahren wollen.
Losgefahren sind wir dann um 16:30Uhr, weil das Auto leider erst noch repariert werden musste und somit haben wir den Freitag erst mal mit warten verbracht. Um 17:00Uhr hatten wir dann Freetown hinter uns gelasssen – wo es zur Abwechslung mal wieder geregnet hat – und waren auf dem Weg nach Bo, die 2. groesste Stadt von SL mit rund 190000 Einwohnern.
| Von Sierra Leone … |
Da wir erst so spaet losgefahren sind, hatten war am Freitag noch Zeit, eine Unterkunft in Bo zu organisieren. Wir haben in einem “Mehrzweghaus” geschlafen. Leider waren dort nur noch 2 Doppelzimmer fuer uns 7 Leute frei, aber wie heisst es so schon: “Einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul”. Naja, somit haben der Fahrer und ich auf der Couch im Vorraum geschlafen und die restlichen 3 Jungs haben sich dann ein Doppelbett geteilt. Was besser war ist fraglich, weil die Couch leider weniger als 180cm hatte. Natuerlich haben wir den Damen ganz gentleman-like ein Zimmer ueberlassen. Letztlich war es auch nicht so schlimm, weil die Nacht dann eh nur 3 Stunen lang war. Dazu kam es folgender massen:
In Bo angekommen haben wir, wie beschrieben, die Unterkunft bezogen und sind dann direkt weiter in einen BarClubDiskoIrgendwasLaden names “Black&white”. Natuerlich waren wir die einzigsten Weissen da, aber daran hab ich mich schon gewoehnt. Im der Bar lief Reggae und das Bier hat umgerechnet ungefair 0,5 euro gekostet, also eigentlich perfekt. Ein Teil der Gruppe ist ein bisschen frueher nach hause gegangen, weil die Fahrt doch recht anstregend war. Das Fruehstueck war fuer 9 Uhr angesetzt und deshalb wollte ich um 1 uhr noch nicht nach hause. Zum Glueck hat mich der Schweizer nicht im Stich gelassen und wir haben zusammen versucht, die Bierwirtschaft von Sierra Leone ein bisschen anzukurbeln. Also wir dann gegen 2 Uhr auch nach hause gehen wollten, eroeffnete uns unser Fahrer, dass am folgenden Tag das “Cleaning” der Stadt ist und wenn wir nicht die Strasse putzen wollen, dann muessen wir die Stadt vor 6 Uhr verlassen.
Somit hat sich das mit dem Schlafen schon wieder erledigt gehabt und die Nachruhe war auf 3 Stunden begrenzt. In unserer Unterkunft haben wir dann die Person, die uns das Fruehstueck machen sollte, aufgeweckt und es von 9 uhr auf 5:30 geaendert. Die Leute von uns, die frueher nach hause gegangen waren ( darunter beide Maedels) haben wir dan einfach um 5:15 geweckt und gesagt, wir muessen los. Ist nicht ganz so gut angekommen, aber was solls. Zum Glueck sind wir somit dem “Cleaning” entkommen und konnten den Samstag richtig gut nutzen.
Das erste Ziel des Tages war ein Wasserkraftwerk in Goma welches Strom fuer Bo und Kenema bereitstellt. In den beiden Staedten gibt es, im Vergleich zu Freetown, 24h lang Elekrizitaet. Der Weg dort hin fuehrt ueber eine der schlechtesten Strassen die es so gibt und man braucht auf jeden fall ein AllRad-Fahrzeug. Vor Ort haben wir dann das komplett Kraftwerk samt Turbinen und Ueberwachungsraum gesehen. Die Arbeiter vor Ort haben uns bereitwillig alles gezeigt. Ich glaube, die waren so froh, dass endlich mal jemand an diesen abgelegenen Ort kommt und sich dafuer interssiert, was sie dort treiben. Aus Dank haben wir noch 2 Gallonen Diesel geschenkt bekommen, sehr nett von den Arbeitern, uns ein bisschen Diesel “klar zu machen”.
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Das naechste Ziel war Kenema. Dort sind wir ein bisschen rumgelaufen und haben feststellen muessen, dass es deutlich angenehmer ist als in Freetown. Kaum einer kam auf uns zu um zu betteln oder uns irgend eine Zeug zu verkaufen. Also Abschluss hat unser Fahrer noch arrangiert, dass wir mal einen richtigen Diamanten sehen koennen. Aus meiner Sicht war es nur ein Stein wie jeder andere, aber …..andere denken da anscheinend anders, sonst wuerde sich das Geschaeft wohl nicht lohnen.
Gegen Abend sind wir wieder zurueck nach Bo gefahren, weil zu so einer Gratisunterkunft sagt man ja auch nicht “nein”. Somit stand fuer mich die zweite Nacht auf der zu kurzen Couch bevor, die hoffentlich laenger werden sollte. Fruehstueck hatten wir wieder fuer 9 uhr geordert und abends ging es wieder ins “black&white”. Die Maedels haben uns frueher verlassen und somit waren der schweizer Kollege und ich wieder allein in der Bar. Wir haben uns aber wiedermal aufs Biertrinken konzentriert und waehrendessen versucht, uns die Damen des horizontalen Gewerbes vom Leib zu halten. Das ist wirklich garnicht so einfach, weil die relativ aufdringlich sind. Nachdem wir ein bisschen nachgefragt haben, sind wir zu der Auskunft gekommen, dass der Spass umgerechnet ungefair 10 Euro pro Nacht kosten wuerde ( ohne Aufpreis fuer HIV).
Am Sonntag konnte ich dann tatsaechlich bis halb 9 schlafen und es kam auch keine boese Ueberraschung mehr. Also haben wir gemuetlich gefruehstueck, sind durch Bo gelaufen und haben dort auch noch was zu Mittag gegessen. In Bo konnten wir das “Power House” besichtigen. Dort stehen drei 2MW Generatoren, die in der Trockenzeit, wenn zu wenig Wasser in dem Stausee ist, Bo und Kenema mit Energie versorgen. Die Generatoren sind uebrigends von MAN und haben einen Verbrauch von 100000 Liter Schweroel am Tag. In der Stadt ist es aehnlich angenehm wie in Kenema, weil man kaum angebettelt wird und sich dadruch relativ frei bewegen kann. Nachdem wir auf der Strasse die afrikanische Version des Doeners gegessen hatten, sind wir zurueck Richtung Freetown gefahren.
Auf dem Rueckweg haben wir noch einen Stopp am Kent Beach eingelegt. WAHSINN. Superfeiner Sand, kein Mensch da, sehr angenehme Temperatur und das Meer ist warm. Also wie im Paradies, welches noch keiner entdeckt hat.
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Und um mal die Gruppe vorzustellen, haben wir dort auch gleich noch ein Foto von uns gemacht.
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vlnr. Ali ( Fahrer), Mohamet(Iran), Ann(Schweden), MJay(SL), Marco(Schweiz), und meine Wenigkeit
Schlagwörter: Bo, Kenema, Sierra Leone