Varanasi ist ein beliebter Startpunkt, wenn man ueber den Landweg nach Nepal will. Dementsprechend haben wir in unserem Hotel in Varanasi auch ein paar Leute gefunden, die das vor hatten. Somit waren wir eine Gruppe von 6 Leuten, was sich im nachhinein als sehr gut erwiesen hat.
Wir hatten uns fuer den Zug um 1 Uhr nachmittags entschieden und hatten vor, so weit wie moeglich zu kommen. Als Optimum hatten wir uns in den Kopf gesetzt, die Grenze noch am selben Abend zu passieren und dann im nepalesischen Teil der Grenzstadt zu schlafen.
Angefangen hat es damit, das wir von dem Hotel in Varanasi erst einmal durch die vielen verwinkelten Gassen zu einer Strasse finden mussten, auf der Autos erlaubt sind. Nach 15 min Fussmarsch, mit Gepaeck natuerlich, haben wir das geschafft, uns drei Rickschaws geschnapt und sind zum Bahnhof. Auch dort ist dann alles super gelaufen, der Zug war so mehr oder wenig puentklich und wir sahsen 6 Stunden im Zug.
Der Zug faehrt leider nur bis zu einer Stadt, die noch 100km von der Grenze weg ist. Also muss man von dort aus auf ein anders Fortbewegungsmittel umsteigen. Da es schon 19Uhr war, wird es mit oeffentlichen Verkehrsmitteln sehr schwer. Also haben wir beschlossen, da wir ja ein Gruppe von 6 Leuten waren, uns einen Jeep (Taxi) zu nehmen. Und wie das in Indien so ist, bekommt man ungefaehr 2 Schritte vom Zug entfernt das schon angeboten. Nachdem wir den Preis fuer den Jeep auf ein vernuenftiges Niveau gebracht hatten, galt es also keine Zeit zu verlieren. Das mit dem Jeep hat super geklappt. Wir hatten gut Platz und die Fahrer sind auch vernuenftig gefahren. Waehrend der Fahrt, was uebrigends die erste Autofahrt im dunklen war, ist einem aufgefallen, das die Inder den Strassenrand als Klo benutzen. Also sieht man haufenweise Menschen 50cm neben der Strasse in der allseits bekannten Haltung. Warum die nicht einfach noch 1m weiter gehen, ist mir irgendwie nicht klar geworden. Ausserdem haetten wir bei einem Ausweichmanoever was eine am Strassenrand hockende Person erfasst. Naja, vielleicht brauchen die diesen Kick dabei….
Um kurz vor 22Uhr waren wir dann an der Grenze. Dort galt es dann als erstes, einen Ausreisestempel von Indien zu bekommen. Offiziel ist die Grenze 24h offen, aber naja, der Grenzbeamte war halt gerade nicht da. Zum Glueck waren die Leute vor Ort sehr hilfreich und haben jemanden aufgetrieben, der uns einen Stempel gegeben hat. Natuerlich kostet das eine gewisse “Bearbeitungsgebuehr”. War aber das erste mal, dass wir sowas in Indien bezahlt haben! An dieser Stelle war es aber auf jeden Fall ein Vorteil, dass wir zu 6 waren, weil das natuerlich mehr “Bearbeitungsgebuehr” fuer den Beamten bedeutet und daher ist dieser extra nochmal aufgestanden. War echt lustig, die “Ausreisestelle” war ein unbeleuchteter Holztisch und der Beamte hatte nur ein Unterhemd an. 
Nachdem wir alle einen “India-out” Stempel hatten, muss man 200m weiter ein Visum fuer Nepal erwerben. Hier war die Situation aehnlich. Es war niemand da und wir wussten nicht so recht, was wir tun sollten. Im Niemandsland schlafen? Auch keine Gute Idee. Ausserdem waren wir in Inden schon ausgestempelt und waren so zu sagen staatenlos.
Aber wir sind hart geblieben, haben ein paar Locals gefunden und die haben dann wiederum den Beamten von Nepal gefunden, der uns wiederum erst mal in sein Grenzhaus gebeten hat. Drin galt es dann, alle Zettel auszufuellen und eben einen neuen Aufkleber in den Pass zu bekommen.
Auch das ging unerwartet reibungslos und total ohne “Gebuehr”. Das hat Nepal schon mal sympatisch gemacht. Ach ja, man kann noch erwaehnen, das Nepal eine andere Zeitzone als Indien hat. Nepal ist nochmal 15min vor Indien. Das heisst, wir sind jetzt GMT+5.45, glaub ich zumindest.
Aber war eine interessante Erfahrung. Wir haben so zu sagen, fuer die 200m Niemandsland 16min gebraucht.
. Ich meine, an Silvester waere das schon echt cool. Erst in Nepal … und dann 15 min spaeter in Indien nochmal. 
Also wir dann unser Visum hatten, war es angeblich 23Uhr. Wir standen aber noch ohne Dach ueber dem Kopf und natuerlich ohne Essen dar. Aber auch das hat sich sehr schnell geloest. Kaum sind wir aus dem Grenzhaus wieder raus, standen da auch schon diverse Menschen, die uns freundlich in hier Hotel gefuhert haben. Das Hotel, in dem wir dann gelandet sind, war schon echt knall hart. Aber was solls, die Nacht sollte ja nicht so lang werden.
Um 24Uhr sind wir dann mit einem Snack ins Bett, um um 6Uhr morgends wieder aufzustehen, da um diese Zeit die Anschlussbusse nach Nepal fahren. Maggy und ich sind nach Pokhara und haben uns somit von der Gruppe getrennt. Die andern 4 sind nach Kathmandu.
Die Fahrt, die ungefair 8h gedauert hat, war sehr spannend und vom Nervenkitzel deutlich besser, als jede Achterbahn. Aber wir haben es ueberlebt und sind sehr gluecklich, in Nepal zu sein.
Zu Nepal werde ich dann die naechsten Tage mehr schreiben, weil jetzt muss erst mal ein Bierchen her ….